Was gibt es Neues
Wir reden seit Wochen über die Bauschleife, und jetzt ist sie wirklich komplett -- nicht nur in der ECS-Logik, sondern auch visuell. Man kann zusehen, wie ein Gebäude aus dem Nichts entsteht, und dabei jedes Objekt, jedes Werkzeug, jeden Baumstamm auf seinem Weg verfolgen.
So funktioniert es: Man platziert eine Kaserne auf einer Lichtung. Das Hauptquartier schickt einen Bauarbeiter los, der durch die Tür tritt, dem Straßennetz zur Baustelle folgt und am Flaggenmast wartet. Dann sendet das HQ eine Axt -- der Lagersiedler trägt sie zum Flaggenmast, ein Träger nimmt sie auf, läuft die gewundene Straße zum nächsten Mast, übergibt sie an den nächsten Träger, und so weiter, bis die Axt an der Baustelle ankommt. Der Bauarbeiter hebt sie auf, und man kann sie in seiner Hand sehen.
Jetzt geht der Bauarbeiter zum nächsten Baum, dreht sich zu ihm und schwingt die Axt. Nach ein paar Sekunden kippt der Baum mit einer sanften Rotation um -- kein plötzliches Verschwinden mehr. Ein Baumstamm erscheint dort, wo der Baum stand. Der Bauarbeiter verstaut die Axt (sie verschwindet aus seiner Hand, sicher aufbewahrt), hebt den Stamm mit beiden Händen auf und trägt ihn zurück zum Flaggenmast. Er legt ihn ab, die Axt erscheint wieder in seiner Hand, und er macht sich auf zum nächsten Baum. Wenn alle Bäume gefällt sind, legt er die Axt am Flaggenmast ab -- und ein Träger holt sie ab und bringt sie zurück ins HQ zur Einlagerung.
Unterdessen war der Lagersiedler am Hauptquartier auch beschäftigt. Jedes Mal, wenn ein Baumstamm oder ein zurückgebrachtes Werkzeug am HQ-Flaggenmast ankommt, geht der Siedler hinaus, hebt es auf, trägt es hinein und lagert es ein. Die Tür öffnet sich, schliesst sich, und die Ware verschwindet im Depot. Es ist eine kleine Animationsschleife, aber sie lässt das Hauptquartier lebendig und zweckmässig wirken.
Nach dem Roden und Planieren fordert der Bauarbeiter einen Hammer an, und der eigentliche Bau beginnt. Holz und Stein treffen Stück für Stück über das Trägernetzwerk ein, und das Gebäude wächst Stufe für Stufe, bis es fertig ist. Die gesamte Kette -- vom Fällen eines Baumes bis zum Setzen des letzten Steins -- läuft autonom. Man schaut einfach zu.
Hinter den Kulissen
Die große technische Änderung hinter all dem ist das neue Inventarsystem. Jeder Siedler hat jetzt ein Inventar mit fünf verschiedenen Slots: rechte Hand, linke Hand, einen Zweihand-Trageslot, einen Rucksack-Slot (für Träger) und ein internes Fach für Werkzeuge, die gerade nicht benutzt werden.
Das hat einen Bug gelöst, der uns tagelang verfolgt hatte. Früher verschwand die Axt einfach, wenn der Bauarbeiter einen Baumstamm aufhob -- beide Gegenstände waren im selben einzelnen Feld gespeichert, und einer überschrieb den anderen. Jetzt leben Werkzeuge und Waren in getrennten Slots. Wenn der Bauarbeiter einen Stamm aufhebt, wird die Axt automatisch verstaut (unsichtbar, aber erfasst), und wenn er den Stamm ablegt, kommt die Axt wieder zum Vorschein. Das Visualsystem liest das Inventar direkt in jedem Frame aus, sodass es keine Phantom-Gegenstände mehr an Flaggenmasten gibt.
Außerdem haben wir diese Woche über 1.600 Zeilen alten Code entfernt -- vier komplette Systeme, die durch unsere datengetriebene FSM-Architektur ersetzt worden waren. Die Codebasis wird schlanker, und Bugs haben weniger Verstecke.
Wie geht es weiter
Die Bauschleife steht solide. Als Nächstes wenden wir uns den Produktionsketten zu: Holzfällerhütten, Farmen und Minen. Sobald Waren nicht nur zu Baustellen, sondern auch zwischen Werkstätten fliessen, wird sich die Siedlung wirklich selbst versorgen können.